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Neue Strandbars in Knokke:
 die Hintergründe


Die wichtigsten Fragen …

… nach bestem Wissen und gewissenhafter Recherche so gut es geht beantwortet. Es sind noch welche offen? Dann schreiben Sie mir einfach.

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Warum wurden die Konzessionen für die Strandbars neu vergeben?

Die Konzessionen für die Strandbars wurden neu vergeben, weil die aktuellen Strandkonzessionen Ende 2026 auslaufen und somit ab dem 1. Januar 2027 eine Neuzuteilung erforderlich war.

Das Ausschreibungsverfahren erfolgt im Rahmen der neuen Konzessionsvereinbarung zwischen Knokke-Heist und der Flämischen Agentur für maritime Dienstleistungen und Küste (MDK) sowie im Einklang mit den europäischen, föderalen und flämischen Vorschriften und der Rechtsprechung in den Bereichen Wettbewerb, Transparenz und Konzessionen im öffentlichen Bereich. Diese Vorschriften und die Rechtsprechung verpflichten (lokale) Verwaltungen, Konzessionen für öffentliches Eigentum im Rahmen eines objektiven und transparenten Verfahrens neu zu vergeben. Auch andere Küstengemeinden müssen ihre Strandkonzessionen innerhalb desselben Rahmens vergeben.

Die neuen Konzessionen gelten ab dem 1. Januar 2027 für neun Jahre und können ein Mal verlängert werden.

Warum das Jury-Verfahren?

Anders als z.B. Blankenberge, wo die Strandkonzessionen am 22. Oktober 2026 in einem öffentlichen Bieterverfahren versteigert werden, hat sich Knokke-Heist entschieden, die Konzessionen nicht einfach an die Höchstbietenden zu vergeben.

Ich zitiere die Gemeindeverwaltung: 

„Unsere Strände sind ein wichtiger Bestandteil der Identität und Attraktivität von Knokke-Heist. Deshalb wollten wir bei diesem Verfahren über den rein finanziellen Aspekt hinausblicken: Wir haben großen Wert auf Qualität, eine starke lokale Verankerung und die Art und Weise gelegt, wie die Bewerber einen Mehrwert für unsere Küste schaffen können. Dass 24 der 25 ausgewählten Konzessionäre eine starke Verbindung zu Knokke-Heist haben, bestätigt, dass vor Ort viel Unternehmergeist und Fachwissen vorhanden ist. Damit schenken wir Menschen unser Vertrauen, die unsere Küste kennen und gemeinsam mit uns das Stranderlebnis von morgen gestalten wollen.“

Wie funktionierte das Jury-Verfahren?

Ein unabhängiges Team aus externen Experten, ergänzt durch ein Team aus internen Experten, bewertete die eingereichten Unterlagen der Bewerber anhand vorab festgelegter Kriterien. Die Bewertungskriterien ergaben eine Gesamtpunktzahl von 100 Punkten. Der finanzielle Teil machte 35 Punkte aus: 20 Punkte für die angebotene Konzessionsgebühr und 15 Punkte für den zugrunde liegenden Finanzplan. Die Erfahrung, die Fachkompetenz und das Fachwissen des Teams, das den Betrieb übernehmen wird, wurden mit 15 Punkten bewertet. Für die Qualität des Betriebs und der Gestaltung standen 50 Punkte zur Verfügung, wobei besonderes Augenmerk auf die Vision, die praktische Umsetzung und den Aktionsplan gelegt wurde.

Die Jury fasste ihre Bewertung in einem Bewertungsbericht zusammen. Auf dieser Grundlage traf der Rat der Schöffen und der Bürgermeister von Knokke-Heist am 28. August die formelle Entscheidung über die Vergabe der Konzessionen.

Auf die 26 verfügbaren Konzessionen haben sich 36 Kandidaten beworben. 

Wie geht es weiter?

Alle Betreiber, die ihre Konzession verloren haben, fechten die Rechtmäßigkeit des Vergabeverfahrens beim Raad van State (Staatsrat) an.

Das sind Albertstrand, Beach Number One, Beaufort Plage, Blue Buddha, Lekkerbek Beach, Yssis Beach – und ein weiterer Kandidat. Denn der Sprecher des Raad van State bestätigte gestern (15.09.2027), dass sieben Verfahren anhängig sind.

Die Verhandlung im Eilverfahren findet am 2. Oktober 2026 statt.

Sollte der Raad van State dem Antrag stattgeben und das Vergabeverfahren für rechtswidrig erklären, müsste die Gemeinde das Verfahren – je nach Inhalt der Entscheidung – ganz oder teilweise wiederholen.

Sollten die Betreiber im Eilverfahren unterliegen, kann noch über die Klage in der Hauptsache verhandelt werden. Eine endgültige Entscheidung könnte daher möglicherweise erst fallen, nachdem die Strandbars im Frühjahr 2027 bereits wieder aufgebaut worden sind.

Für die Verfahrenskosten wurden diverse Crowdfounding-Kampagnen gestartet. Albertstrand hat bei GoFundMe – Stand gestern – bereits 11.510 € von gewünschten 13.000 € eingesammelt, Yssi's Beach 1935 € von erwarteten 6000 € (Aktion wurde abgebrochen), und Beaufort Plage 805 € von 3.500 €.

Bleiben die Strandbars an den heute existierenden Plätzen?


Die Gemeinde verfolgt parallel zur Konzessionsvergabe einen umfassenden Masterplan für die zukünftige Gestaltung des Strandes. Dazu gehören neue Servicegebäude, Verbesserungen der Rettungsinfrastruktur sowie Projekte zur Dünenentwicklung und Küstensicherung.

Deshalb werden einzelne Strandbar-Standorte angepasst oder leicht verschoben. Besonders in der Zone Knokke wurden einige Konzessionsflächen neu organisiert, um mehr Abstand und eine bessere räumliche Verteilung zu schaffen. Wie der Strand von Knokke ab 2027 aussehen wird, können Sie sich hier ansehen.

Die Wassersportklubs sind von der Neuausrichtung nicht betroffen.

Welche Auswirkungen hat das auf die Strandkabinen?

Aufgrund der neuen Aufteilung der Parzellen für die Strandbars können sich einige Kabinenblöcke verschieben und die Stellplätze neu verteilt werden. Die genauen Standorte stehen jedoch noch nicht vollständig fest.

Die Gemeindeverwaltung versucht, die bestehenden Gegebenheiten so weit wie möglich beizubehalten und die Kabinen so nah wie möglich an ihrem derzeitigen Standort zu belassen, vorzugsweise innerhalb derselben Zone oder Reihe. Diejenigen, deren Strandkabinen betroffen sind, werden persönlich kontaktiert.

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In diesem Abschnitt können Sie häufig gestellte Fragen effizient beantworten.


Was macht uns besonders?

Beworben hat sich die NEXUS Projekt BV, dahinter steht Brecht Ruebens, 28, Inhaber der Eventagentur Fixit. Zusammen mit Killion Veillefon führte er bis Mai diesen Jahres die Pop-up Dorfkneipe "De Zevende Hemmel" in Heist. 

Killion kennt man vom Bistro Henriette, das er 2023 mit seiner Frau Annabelle van den Broucke eröffnete. Nach der Trennung schied er dort 2025 aus. Ob er Brecht auch bei Marea unterstützt, ist nicht bestätigt. Brechts Mutter ist Fabienne Maes, Schepen (Stadträtin/Dezernentin) für Gesundheit, Kinder, Jugend und Familie und soziales Wohnen im aktuellen Vorstand der Gemeinde und Mitglied der Oppositionspartei Inzicht.

Ist die Website benutzerfreundlich?

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Wer sind die Neuen?

Die Namen der neuen Strandbars wurden von der Gemeindeverwaltung veröffentlicht. Außer Marc Coucke / Woyo Beach und Joris van Duffel / Yolo Plage hat sich bisher keiner der neuen Betreiber zu Wort gemeldet. Hier finden Sie alles, was das Internet (belastbares) zum Thema hergibt …

Verde Beach – Duinbergen

Beworben hat sich ANTONYCK, Gesellschafter sind Annick de Savoye und Tony Landuyt (80) – in Knokke bekannt durch ihr früheres Restaurant L'Echiquer an der Elizabethlaan (später Table 6, Bistro Fou). 

Ihre Tochter Mieke (37) übernahm das Restaurant zusammen mit ihrem Ehemann, dem Koch Sven de Haver (43). Sie verabschiedeten sich aus der  Gastronomie und gründeten 2023 Florencia, einem Oldtimer-Verleih für Fiat 500 in Jabbeke.

Marea – Heist

Beworben hat sich die NEXUS Projekt BV, dahinter steht Brecht Ruebens (28) Inhaber der Eventagentur Fixit. Zusammen mit Killion Veillefon führte er bis Mai diesen Jahres die Pop-up Dorfkneipe "De Zevende Hemmel" in Heist. 

Killion kennt man vom Bistro Henriette, das er 2023 mit seiner Frau Annabelle van den Broucke eröffnete. Nach der Trennung schied er dort 2025 aus. Ob er Brecht auch bei Marea unterstützt, ist nicht bestätigt. Brechts Mutter ist Fabienne Maes, Schepen (Stadträtin/Dezernentin) für Gesundheit, Kinder, Jugend und Familie und soziales Wohnen im aktuellen Vorstand der Gemeinde und Mitglied der Oppositionspartei Inzicht.


Belle Rive Plage – Duinbergen

Wie der Name schon vermuten ließ, stehen hinter Belle Rivage Plage die Besitzer des Restaurants Belle Rive in Duinbergen – Louise Verschaeren (32) und Benjamin Rycken (39).

Sie haben ihr 2025 eröffnetes Restaurant – in man möchte schon sagen Rekordzeit – zu einem der Hot Spots von Knokke gemacht. Benjamin gilt als absoluter Hospitality-Profi, war unter anderem 17 Jahre lang Operations Manager im Hotel Memlinc.

Woyo Beach – Zoute

Da sich hinter dieser Strandbar der umtriebige und viel diskutierte Unternehmer Marc Coucke verbirgt, bekam diese Strandbar bisher mit Abstand die meiste Aufmerksamkeit.

Seine Gesellschaft Alychlo kaufte 2025 das Enso District Hotel von Tim de Taeye und seiner Frau Tine Vanparijs. Im Zuge dessen wechselte de Taeye als CEO zur neu gegründeten Holding ZouteCoucke, die die Aktivitäten von Coucke in Knokke (Enso, Woyo Eatery, Glacier de la Poste, Zoute Grand Prix) bündelt. Zusammen stehen die gebürtigen Knokkenaers hinter dem Konzept von Woyo Beach.

Mit Leben füllen werden es Ellen de Beck und Jonasi Deetens, zwei junge Unternehmer aus Knokke mit Strandbar-Erfahrung (u.a. Waikiki Beach).

Yalo Plage – Zoute

Hinter Yalo stehen die Unternehmer Joris van Duffel und Paul Suy. Sie betreiben das gleichnamige Boutique-Hotel in Gent, van Duffel ist außerdem Winzer (Weingut Nobel in Lochristi) und Eigentümer des De Blauwe Kiosk, einer angesagten Aperitif Bar in Gent.

Sie sind die einzigen Bewerber ohne erkennbare Beziehung zu Knokke. Laut van Duffel konnte bei ihrem Konzept vor allem die Übereinstimmung mit der DNA von Knokke – raffinierter Luxus ohne zu übertreiben – und die vertikale Einbindung des belgischen Weinguts überzeugen.

Sands – Zoute

Hinter Sands steht die Event- und Gastronomiegruppe Tero (Bewerbung unter RLE Invest) der Brüder Nicolas und Arthur Lhoist.

2016 übernahmen sie die Knokke-Out-Gruppe, zu der der Strand-/Wassersportclub River Woods Beach Club und die Eventlocation Knokke Out in Het Zoute gehört. Seit 2026 betreibt Tero außerdem das Bistro Nest in Het Zwin.

Der Strand ab 2027

Kommentar 

von KRISTINA JORDAN 

Natürlich ist die Neuvergabe der Konzessionen ein tiefer Einschnitt – vor allem für diejenigen, die sich von ihren Strandbars verabschieden müssen, seien es Betreiber, Mitarbeiter oder Gäste. Dass eine solche Entscheidung Emotionen weckt – mehr als verständlich. Aber: Die Betreiber wussten seit 2019, dass eine Neuvergabe ansteht. Sie wussten ebenso, dass sie sich einem offenen Wettbewerb stellen müssen. Wer sich auf einen Wettbewerb einlässt, muss eben auch damit rechnen, ihn zu verlieren. Und: Aus einer Konzession lassen sich keine Eigentumsrechte ableiten. Auch nicht nach 100 Jahren.

Dass ausgerechnet der Albertstrand im 100. Jahr seines Bestehens seine Konzession verliert, ist natürlich auch für die politische Opposition in Knokke ein gefundenes Fressen.

Doch wie kann das sein? Die Erklärung liefern die Betreiber des Albertstrand zwischen den Zeilen selbst – in ihren sehr umfangreichen Stellungnahmen in den sozialen Medien: Sie seien Baigneurs und keine Unternehmer. Mit dem Erstellen eines Bewerbungsdossiers hätten sie keine Erfahrung. Und außerdem hätte man sich gewünscht, dass sie ihre Bewerbung in einem persönlichen Gespräch mit der Jury hätten erläutern können, bzw. dass die Jury doch nur einfach bei ihnen hätte vorbeikommen müssen, um sich von den Qualitäten ihrer Strandbar zu überzeugen. Den Mitbewerbern und der Jury wird ihre Kompetenz abgesprochen, indem man immer wieder betont, Papier sei geduldig. 

Es tut mir leid, aber bei so viel Naivität wundert man sich nur noch bedingt, warum das 150-seitige Dossier von Emmy D’Hooghe und Sammy D’Hooghe die Jury nicht überzeugen konnte, zumal trotz des bemerkenswerten Umfangs nicht alle vorgegebenen Punkte bearbeitet bzw. Fragen beantwortet wurden. Vielleicht liegt die Erklärung dafür, dass Albertstrand seine Konzession verloren hat schlicht dort, wo sie bei Wettbewerben meistens liegt: bei der Qualität der Bewerbung. Dies gilt auch für die fünf anderen, deren Konzessionen nicht verlängert wurden.

Den Albertstrand und Marc Coucke als Beweis dafür vorzuführen, dass es bei der Beurteilung der Bewerbungsdossiers durch die Jury nicht mit rechten Dingen zuging, überzeugt allerdings nicht:

1. Wäre die Jury nicht objektiv, hätte sie sicher nicht ausgerechnet die Bewerbung von Albertstrand durchfallen lassen – und damit die größtmögliche mediale und emotionale Angriffsfläche geschaffen.  

2. Marc Coucke war nachweislich nicht der Höchstbietende. Für die Höhe der Konzessionsgebühr konnten maximal 20 Punkte erzielt werden. Im Strandabschnitt "Het Zoute" gingen 20 Punkte an J.V.D. (Yalo Plage) mit 34,98 € pro Quadratmeter. ZouteCoucke kam mit 18,42 € pro Quadratmeter auf 10,53 Punkte. 

Im Gesamtergebnis kam J.V.D. auf 75,75 von 100 Punkten, ZouteCoucke landete mit 64,13 Punkten auf dem dritten Platz. 

Ich verstehe, dass es schwer fällt, die Entscheidung der Jury zu akzeptieren. Zu akzeptieren, dass eine 100jährige Familientradition nicht ausreicht, um einen solchen Wettbewerb zu gewinnen. Nur: Was wäre die Alternative gewesen? Mit dem Ausschreibungsverfahren hat die Gemeindeverwaltung versucht, alle relevanten Qualitäten zu berücksichtigen. Das hat es komplizierter und damit auch angreifbarer gemacht. Wesentlich einfacher wäre es gewesen, dem Beispiel von Blankenberge zu folgen, und die Lizenzen einfach an die Höchstbietenden zu versteigern. Aber hätte das zu größerer Akzeptanz und Zufriedenheit geführt? Und was hätte das für den Strand von Knokke bedeutet? Einmal mehr: In Knokke regiert das Geld.

Dass die Verlierer vor den Raad van State ziehen ist ihr gutes Recht. Vielleicht bekommen sie am Ende sogar Recht. Dann wäre das Verfahren entsprechend zu korrigieren. In der Zwischenzeit möchte man allen anderen – denjenigen, die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung (die mit dem Vergabeprozess nachweislich nichts zu tun hatten) und Marc Coucke Gewalt androhen, die vor lauter emotionaler Betroffenheit den Bezug zur Realität verloren haben* und den "Unter Lippens war alles besser"-Ewiggestrigen – den freundlichen Rat geben, sich doch bitte nicht als schlechte Verlierer zu präsentieren. 


*Mein Lieblingsbeitrag auf Facebook: "Die neuen Betreiber sollen aus Anstand und Respekt ihre Konzessionen an die alten Betreiber zurückgeben." Bekam hunderte Likes.


PS. Da besonders in Bezug auf Zoutestrand 19 der Bürgermeisterin Vetternwirtschaft bei der Konzessionsvergabe unterstellt wird, kurz zur Erläuterung:
Die Betreiber des Zoutestrand 19 sind die Eigentümer des Put 19 (seit 2016) und des Hotels Le Beau 19 in Het Zoute, des The Nineteen an der Lippenslaan (seit 2021) und des neuen Restaurants Giulia am Casino – Wim Dereu und Karel Coudyser. Und ja, Karel ist der Bruder von Bürgermeisterin Cathy Coudyser. Da er sich jedoch gemeinsam mit seinem Geschäftspartner über die Jahre ein sehr erfolgreiches Gastronomie-Imperium aufgebaut hat, sollte eher die Vermutung naheliegen, dass ihr Konzept unabhängig vom verwandtschaftlichen Verhältnis mit der Bürgermeisterin überzeugt hat.